Es ist kein Geheimnis, dass ich glaube, dass HTC One nicht der erhoffte Befreiungsschlag für HTC sein wird. Aber was genau kann HTC machen, damit sie endlich wieder auf die Spur des Erfolges kommen? Zugegeben, eine schwierige Frage. Und obwohl ich nicht vorgebe, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, versuche ich mich an einer Antwort.

1. Wieder einen auswechselbaren Akku und erweiterbaren Speicher

Ich frage mich oft, was HTC geritten hat, diesen (Apple)Weg zu gehen? Sicher, für viele sind 16 oder 32 Gigabyte Speicher genug. Vor allem, wenn man noch die diversen Onlinespeicher mitzählt. Aber es gibt immer noch eine Menge Leute, die auf einen erweiterbaren Speicher bestehen. Sei es aus Prinzip, sei es, weil sie oft viele Daten hin und herschieben müssen.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass die Geeks, also wir, einen enormen Einfluss haben. Wir sind Multiplikatoren. Wenn Bekannte und Freunde sich ein neues Smartphone kaufen wollen, dann fragen sie in der Regel erst mich. Ich bin mir sicher, dass das vielen Lesern hier genauso geht. Wir sind, ohne arrogant rüberkommen zu wollen, die Experten. In der Regel bestehen wir auf einen erweiterbaren Speicher und zumindest ich empfehle niemanden ein Smartphone, was keinen SD-Kartenslot hat.

Gleiches gilt für einen auswechselbaren Akku. Auch hier sind die Gründe, warum man darauf besteht, vielfältig. Vielleicht reist man oft, vielleicht kennt man seine Nutzung und weiß, dass die Lebenszeit des Akkus schnell sinken wird. Oder man will die Sicherheit haben, den Akku einfach rausnehmen zu können, wenn das Gerät mal zickt. Die Gründe sind wie gesagt vielfältig, die Konsequenz ist aber einfach: Man will einen auswechselbaren Akku.

Und auch hier gilt die These der Multiplikation unserer Meinung. Ich empfehle in der Regel niemanden ein Smartphone ohne auswechselbaren Akku. Und mein Wort hat Gewicht, genauso wie wahrscheinlich euer Wort. Wir sind die Multiplikatoren.

2. Sense

Schon seit geraumer Zeit habe ich das Gefühl, dass Sense völlig an den Wünschen der potentiellen Kunden vorbei entwickelt wird. Und den absurden BlinkFeed in Sense 5 sehe ich da als Bestätigung. Wenn man Sense und TouchWiz von Samsung vergleicht, dann muss zumindest ich zugeben, dass ich Sense schöner finde. Aber Optik allein reicht nicht. Jeder, der ein HTC One X und Samsung Galaxy S3 in der Hand hatte, wird den Performance-Unterschied zwischen Sense und TouchWiz gemerkt haben. TouchWiz ist einfach leichter und weniger Ressourcen-fordernd als Sense. Dazu kommt, dass TouchWiz Android um viele kleine und intelligente Funktionen erweitert: Die Benachrichtigungsleiste mit den Togglen, eine Akkuanzeige in Prozent, SmartStay, PopUp Play usw.

Während TouchWiz also nicht nur flüssiger läuft und Android um viele nützliche Dinge erweitert, hat sich Sense in den letzten Jahren im Grunde nur um die Optik gekümmert und das zulasten der Performance. Bling Bling vor Performance und Nützlichkeit, war wohl das Motto.

Sicher, Sense 5 hat den ganzen Optikwahn etwas zurückgeschraubt und dazu gratuliere ich auch HTC. Doch während man hier einen Schritt in die richtige Richtung gesetzt hat, macht man beim BlinkFeed das komplette Gegenteil und marschiert, meiner Meinung nach, in die komplett falsche Richtung.

3. Namensgebung: 

Während die Flaggschiffe aus dem Hause Samsung seit mehreren Jahren denselben Namen haben, Galaxy S, wechseln sie bei HTC jedes Jahr: Desire, Sensation, One X und dieses Jahr One. Nun gut, HTC hat das eingesehen und will ab sofort beim Namen One bleiben. Leider macht das die Fehler aus der Vergangenheit nicht rückgängig und ehrlich gesagt finde ich, dass sie sich einen anderen Namen als One hätten aussuchen sollen. Es gibt schon ein One X und ein One X+ auf dem Markt und rein von der Logik her, sollte ein HTC One X+ besser ausgestattet sein als ein HTC One.

Aber wie gesagt, HTC hat eingesehen, dass sie sich auf einen Namen konzentrieren sollen. Ich hoffe, sie bleiben jetzt dabei.

4. Marketing: 

Das Marketing von HTC war bisher eine Katastrophe. Während man bei Samsung die Funktionalitäten der eigenen Smartphones in den Vordergrund gestellt hat, gepaart mit Emotionen, hat man bei HTC bisher auf zwar stylische, aber nichtssagende Werbespots gesetzt.

Das muss sich ändern. Und nach allem, was man aus der Führungsetage von HTC hört, wird sich das auch ändern.

Nun denn, das waren meine 4 Schritte, damit HTC wieder auf die Erfolgsspur zurückkommt. Es ist immer einfach, aus der Entfernung gutgemeinte Ratschläge zu geben und wie gesagt, ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Aber ich glaube wirklich, dass hier einige der Grundprobleme von HTC angesprochen worden sind und wenn man diese ausmerzt, sich das Unternehmen schnell auf den Weg der Besserung befinden wird.

Über den Autor: Kaan Gürayer


Kaan Gürayer ist Gründer von Gadget-Time.de, leidenschaftlicher Nutzer von Android und immer auf der Suche nach den neusten News rund um das beste mobile Betriebssystem der Welt.

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