Wie tief kann Nokia noch fallen?

Die Finnen haben es derzeit wirklich nicht leicht. Neben grauenhaften Quartalszahlen, enorm harter Kritik der Mobilfunkanbieter an der eigenen Strategie und der Herabstufung der eigenen Aktien auf Ramsch-Niveau, steht dem Konzern jetzt auch noch eine Klage von wütenden Aktionären ins Haus.

Der Grund? Fehlender Erfolg.

Die Aktionäre werfen dem ehemaligen Branchenprimus vor, dass der Erfolg ausbleibt. Beim Umstieg auf Windows Mobile hat der Konzern versprochen, dass mit dem Bau von Smartphones auf Basis von Microsofts mobilem Betriebssystem, sich die eigene Position bald bessern würde. Dies ist bisher nicht geschehen und deshalb haben einige Aktionäre Klage bei einem Gericht in New York eingereicht, da Nokia ihrer Meinung nach damit gegen ein Gesetz zum Aktionärsschutz verstößt.

Unterdessen, jetzt wird es ganz skurril,  hat Nokia CEO Stephen Elop schon den Schuldigen für die Misere in seinem Haus ausgemacht: Skype!

Nein, nein, nicht lachen, lasst es mich erklären: Er denkt, die Nokia-Smartphones mit Windows Phone sind deshalb so wenig an den Mann gekommen, weil die Mobilfunkanbieter sich immer mehr sträuben, die Lumia-Geräte ins Portfolio zu nehmen. Denn, so Elop, Skype gehört ja zu Microsoft und Nokia und Microsoft sind ja seit dem Umstieg der Finnen auf Windows Phone sehr eng miteinander verbandelt. Und weil Skype, durch sein kostenloses VoIP-Angebot den Mobilfunkanbietern die Umsätze nimmt, lassen es diese angeblich an Nokia aus und nehmen nicht mehr so gern die Geräte der Finnen ins Angebot.

Ich bin gerade etwas sprachlos von diesem absoluten Realitätsverlust, den Elop anscheinend erlitten hat. Skype gibt es ja wohl auch für Android und iOS und im Gegensatz zur Version auf Windows Phone, sind diese auch nicht beschnitten und laufen korrekt. Komischerweise verkaufen sich aber Android-Smartphones und das iPhone wie geschnitten Brot.

Kann es vielleicht sein, dass die Mobilfunkanbieter deshalb keine Lust mehr auf Windows Phone bzw. Lumia-Geräte von Nokia haben, weil die sich einfach nicht verkaufen und wie Blei in den Regalen liegen?

[Quellen: Cnet, Communities Dominate Brands via Netbooknews (1), (2)]

Über den Autor: Kaan Gürayer


Kaan Gürayer ist Gründer von Gadget-Time.de, leidenschaftlicher Nutzer von Android und immer auf der Suche nach den neusten News rund um das beste mobile Betriebssystem der Welt.

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