Erst heute morgen berichteten wir über Skype für Windows Phone, welches endlich die Beta verlassen und in Version 1.0 im Windows Phone Marketplace zur Verfügung steht. Die Freude dürfte bei den Nutzern von Windows Phone aber nicht allzu groß gewesen sein, schließlich unterstützt Skype auf Microsofts mobilen Betriebssystem, im Gegensatz zu den Versionen auf iOS und Android, keine Anrufe im Hintergrund. Und als ob das nicht schon genug Grund zum Ärger ist, müssen wir jetzt erfahren, dass Skype nicht auf schwächeren Smartphones mit Windows Phone Tango nutzbar sein wird.

Wir erinnern uns, dass Microsoft mit Tango die Hardwareanforderungen gesenkt und schon direkt angefügt hat, dass für manche schwachbrüstige Tango-Geräte der Support für manche Funktionen und Apps gestrichen wird. Dies scheint nun bei Skype für Windows Phone der Fall zu sein, denn wie die Kollegen von Windows Phone Daily berichten, wir die App nicht auf Geräten laufen, die 256 MB an Arbeitsspeicher haben.

Die Mehrzahl der derzeitigen Smartphones auf Basis von Windows Phone haben 512 MB an RAM, für sie dürfte das Ganze kein Problem sein. Aber die kommenden Tango-Geräte, wie z.B. das Nokia Lumia 610, kommen nur mit der Hälfte an Arbeitsspeicher und müssen vorerst auf Skype verzichten. Das ist vor allem deshalb ein Rückschlag für Windows Phone, da Microsoft mit den gesenkten Hardwareanforderungen hoffte, Geräte auf den Markt zu bringen, die günstiger sind und sich daher auch zu einem besseren Preis verkaufen lassen.

Die Konkurrenz ist natürlich längst weiter, den Skype auf iOS und Android läuft einwandfrei, auch mit schwacher Hardware, die nur 256 MB Arbeitsspeicher hat.

Doch “Software sells Hardware”, wie ein altes Sprichwort sagt und wie will Microsoft seinem mobilen Betriebssystem endlich zum Durchbruch verhelfen, wenn so bekannte Apps wie Skype entweder nicht richtig laufen, weil keine Anrufe im Hintergrund empfangen werden können. Oder sie erst gar nicht laufen, weil angeblich zu wenig RAM auf den Smartphones installiert ist?

Das alles spricht leider ganz und gar nicht für Microsofts Strategie und für Windows Phone. Die Schonzeit ist vorbei, wo man sagte, dass Windows Phone ein junges OS ist und noch ausreifen muss. Potentielle Käufer interessiert es nicht, wie jung oder alt ein Betriebssystem ist. Sie wollen einfach, dass ihr Gerät funktioniert und sie die Apps herunterladen können, mit den gleichen Funktionen, die ihre Freunde auf iOS und Android nutzen.

So ist es kein Wunder, dass Windows Phone nicht auf einen grünen Zweig kommt, die Kritik immer härter wird und die Zusammenarbeit mit Nokia, einst als Trumpfkarte für Microsofts mobiles Betriebssystem gesehen, auch nicht zu fruchten scheint und die Finnen sich immer mehr ins Abseits manövrieren. Das Verwirrspiel um das Update auf Windows Phone Apollo macht die Sache auch nicht besser.

Microsoft muss schnellstens seine Strategie rund um Windows Phone ändern, um nicht vollends den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren.

Über den Autor: Kaan Gürayer


Kaan Gürayer ist Gründer von Gadget-Time.de, leidenschaftlicher Nutzer von Android und immer auf der Suche nach den neusten News rund um das beste mobile Betriebssystem der Welt.

Auch auf Gadget-Time: